November - Die Brücke
Vom 01. bis 25. Oktober fanden die Europäischen Architekturtage im ganzen Oberrheingebiet statt, auch bei uns in Karlsruhe!
Es ging um „Architektur und Landschaft“. Ein schönes Thema, und so passend zu unserem Anliegen, die Rüppurrer Wiesen vor einer Verbauung durch Brücke, Verbreiterung von Zufahrtswegen und neuen Wegen zu schützen. Doch lesen Sie selbst, wie die LandschaftsplanerInnen mit Erfahrung das Thema verstehen.
„Die Landschaft versteht sich heute nicht mehr von selbst: Als vielschichtiger Begriff überschreitet sie die rein ästhetische Dimension und umfasst politische, soziale, ökologische und kulturelle Aspekte.
Angesichts des Klimawandels sowie tiefgreifender demografischer und ökologischer Veränderungen wird sie zu einer strategischen Grundlage, um unsere Metropolen und Territorien neu zu denken. Vom großräumigen Landschaftsraum bis hin zu den unmittelbaren Lebensräumen strukturiert sie den Alltag, stärkt die Bürgerbeteiligung und begleitet neue Nutzungsformen.
Als Ort der Erholung, der Produktion, des kulturellen Erbes und der Innovation verbindet sie Außen- und Innenraum, Natur und Architektur. Der verantwortungsvolle Umgang mit Boden, Wasser und Biodiversität rückt dabei in den Mittelpunkt ihrer Gestaltung. Nährend, integrierend und widerstandsfähig fordert die Landschaft unsere Art, den Raum und die Welt zu bewohnen, grundlegend heraus. So verschmelzen Architektur und Landschaft zu einem gemeinsamen Ansatz, um Territorien zu entwickeln, die nachhaltig, gemeinschaftlich getragen und im Sinne „weiser Landschaften“ zukunftsfähig sind.“
(Europäische Architekturtage 2026, Eröffnungstext)
Sind das nicht gründliche und richtige Gedanken?
Schade ist, dass unsere Wiesen zwischen Alb und Erlengraben nicht als ein Schauplatz innerhalb dieser Veranstaltungsreihe ausgewählt wurden. Wo doch Weite von Landschaft sich einfach vor unserer Haustür erleben lässt. Wie wir alle wissen, tut ein Spaziergang durch diese Landschaft einfach gut. Wissenschaftlich ist inzwischen belegt, dass schon ein einstündiger Spaziergang in der Natur den Stress im Gehirn reduziert (Eine Studie der Max-Planck-Gesellschaft (Lise-Meitner-Gruppe für Umweltneurowissenschaften) belegt mittels fMRT, dass ein einstündiger Spaziergang in der Natur die Aktivität in der Amygdala – der stressverarbeitenden Hirnregion – signifikant senkt.) Vielleicht sollten wir die Entscheider bei der DB InfraGO (und auch unsere politischen Entscheider) einmal zu einem Ortstermin mit Spaziergang einladen.
Da könnten sie die Wohltat dieser Landschaft am eigenen Leib erfahren. Denn Stress gibt’s da ja ohne Ende. Die DB InfraGO musste gerade bekannt geben, dass etliche Streckensanierungen aus Zeit- und Personalmangel, auch in unserer Region, zurückgestellt werden müssen. (BNN 09.10.26)
Mit weniger Stress und beruhigter Amygdala würde vielleicht sogar die DB InfraGO weiser mit Landschaft umgehen.
Dagmar Heidingsfelder-Rammer (in der Initiative zur Unterstützung des Biolandhofes Schleinkofer)
PS: Die Planung ist weiter mit der Vorzugsvariante beschäftigt, es gibt noch kein Planfeststellungsverfahren. Das lässt hoffen!
Vielen Dank für diesen Beitrag
Ihr Monatsspiegel-Team




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