Leserbrief: Manchmal klappt es doch
- Monatsspiegel

- 26. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Uns allen fallen im Alltag manchmal Dinge auf, die wir gerne anders hätten
Der Bus fährt zu selten, der Laden um die Ecke schließt, Naherholungsgebiete werden versiegelt, ebenso die Innenstadt, investiert wird in Panzer statt in die Bahn und überhaupt ... Oft fühlt sich all das an, als sei man als Einzelperson vollkommen machtlos. Doch hin und wieder gelingt auch etwas - und um diese Erkenntnis weiterzugeben, möchte ich kurz etwas berichten. Schon seit mein Kind den ersten Sommer auf dem Albspielplatz verbrachte, störten mich die Fahrradfahrer, die dort auf dem schmalen Weg zwischen Spielplatz und Albbadestelle entlang fuhren.

Manchmal sogar mit der Dreistigkeit, kleine Kinder mit Eimer und Schaufel aus dem Weg zu klingeln - es gilt schließlich das Recht des Stärkeren. Oder?
Ich jedenfalls glaube an diesen Grundsatz nicht und habe deshalb letztes Jahr gemeinsam mit Herrn Hornuff, unserem damaligen Bürgervereinsvorsitzenden, nach einer Lösung gesucht. Sein guter Kontakt zur Stadtverwaltung war Gold wert, und so fand nach zwei unkomplizierten Mails zur Terminfindung ein Ortstermin mit einem Vertreter des Ordnungsamts statt. Dieser verwies auf die geltende Rechtslage, nach der das Radfahren in Grünanlagen "grundsätzlich erlaubt" sei und man auf die "gegenseitige Rücksichtnahme" baue - zunächst einmal eine frustrierende Rückmeldung. Danach vergingen einige Wochen, bis ein Brief von Frau Bürgermeisterin Lisbach eintrudelte.
Die Angelegenheit sei vollumfänglich unter Einbindung mehrerer Fachämter geprüft und vom Gartenbauamt eine Lösung entwickelt worden. Umgesetzt werde sie im Zuge der ohnehin anstehenden Sanierung des Spielplatzes. Das Ergebnis kann sich nun jeder selbst anschauen: Der Weg an der Alb endet, von Rüppurr aus kommend, vor der großen Eiche und verläuft nur noch quer durch den Spielplatz. Von Norden her kommend ist es gar nicht mehr möglich, nach der Brücke an der Alb weiterzufahren – dafür haben wir ja ohnehin eine wunderbare Fahrradstraße direktangrenzend an das Spielplatzgelände.
Die Kinder können nun also problemlos zwischen Spielplatz und Wasser hin- und herrennen, ohne auf Fahrräder achten zu müssen. Für mich ist das eine zufriedenstellende Lösung, vor allem angesichts des nicht allzu hohen Aufwands, der dafür nötig war.
Und das ist es, was ich teilen möchte: Zivilgesellschaftliches Engagement wirkt!
Der Spruch "Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt" wird meiner Meinung nach zu Unrecht einer kleinen frechen Göre zugeschrieben und belächelt - denn wieso machen wir die Welt denn nicht, wie sie uns gefällt? Wir leben schließlich in ihr, wir bezahlen mit unseren Steuern und somit als Arbeitnehmer auch mit unserer Zeit und Energie für Spielplätze, Busse, Bahnen und lebenswerte Innenstädte. Was aber stimmt: Als Einzelperson kann man kaum etwas ändern. Gemeinsam aber schon – als Mitglied des Bürgervereins, des Bürgerprojekts, einer Initiative, Partei oder Gewerkschaft. In diesem Sinne: Bitte gehen Sie am 08. März nicht nur zu einer Veranstaltung des Internationalen Frauentags, sondern auch zur Wahl.
Autorin: Franziska Bauer - Dammerstock
Danke für diesen Beitrag Franziska Bauer
Ihr Monatsspiegel-Team



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