März - Die Brücke
- Monatsspiegel

- 26. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Ben liebt Kröten, aber auch Molche und Frösche, Amphibien eben. Zuhause redet er manchmal von nichts anderem. Seiner jüngeren Schwester geht er damit schon auf die Nerven, aber seine Mutter findet es richtig toll, wie gut er Bescheid weiß.
Seit Tagen ist er besonders aufgeregt. Seine Biolehrerin hat nämlich seiner Klasse versprochen, dass sie alle zusammen in diesem Frühjahr die Krötenwanderung beobachten werden. Und das geht nur bei Nacht.
Denn wenn die ersten milderen Nächte sind, erwachen die Kröten aus ihrer Winterstarre. Sie verlassen ihre Winterquartiere und machen sich auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern. Dort paaren sie sich und legen ihre Eier ab, weil ihre Kaulquappen dort optimale Bedingungen zum Wachsen haben.
Ben weiß, dass die vielen verschiedenen Amphibien, die es in den Rüppurrer Wiesen gibt, zu den Seen im Weiherwald wandern. Interessant findet er, dass die Kröten gerne die von Menschen angelegten Wege dafür nutzen. Deshalb ist die Straße durch den Weiherwald auch zu dieser Zeit gesperrt.
Ben hat gehört, dass es bald ein paar große Baustellen in den Rüppurrer Wiesen geben wird. Er macht sich Sorgen, ob dann noch so viele Tiere ihren Weg zu ihren Laichgewässern und wieder zurück zu ihren Winterquartieren finden werden. Er weiß, dass es dann immer weniger Amphibien in den Rüppurrer Wiesen geben wird. Weil Amphibien auch die Insekten-Polizei genannt werden, wird es dann viel mehr Mücken, Schnecken und Larven geben.
Er weiß auch, dass es dann wieder zu mehr Krankheiten wie Malaria kommt, weil die Amphibien die Fressfeinde der Mücken sind. Und wenn es nicht mehr so viele Amphibien gibt, hungern Störche und Reiher, Igel und Otter und auch Fische. Er hat auch gelesen, dass Amphibien in der Haut Stoffe haben, die helfen können, Krebs zu heilen.
Ben kann deshalb gar nicht verstehen, weshalb die Erwachsenen nicht alles dafür tun, dass die Amphibien nicht aussterben.
Doch sein Opa will auf alle Fälle was dagegen tun, das weiß er. Der schreibt nämlich genau deshalb an die Stadtverwaltung, dass keine Brücke über die Bahngleise in den Rüppurrer Wiesen gebaut werden soll. Und Opas Freunde haben das auch vor.
Wie gut, dass Bens Opa und seine Freunde noch so fit im Kopf sind.
Dagmar Heidingsfelder-Rammer
in der Initiative zur Unterstützung des Biolandhofes
Schleinkofer
PS: Bei Redaktionsschluss hat die Genehmigungsplanung=Planfeststellungsverfahren noch nicht begonnen.




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