top of page

Die Brücke - im Dezember

eine Weihnachtsgeschenk-Geschichte


Paul und Paula machen einen Abendspaziergang in den Rüppurrer Wiesen. Der Tag war anstrengend, die letzten Weihnachtsgeschenke mussten noch ausgesucht und verpackt werden.

“Apropos Geschenk,” sagt Paul. “Wusstest du, dass wir die Brücke geschenkt bekommen?” “Ach was?!” wundert sich Paula. ”Die Brücke ein Geschenk? Das ist aber ein teures Geschenk!". “Ja,” sagt Paul, ”der Kostenrahmen liegt bei 25 Millionen Euro!!!

Aber keine Sorge, das Geld wird voll erstattet! Die Stadt geht nur in Vorleistung!!".

“Von wem erstattet?”, fragt Paula.

” Von der DB  und dem Land.” Paula schüttelt den Kopf: ” Die beiden haben doch selbst Flaute in der Kasse! Was ist außerdem mit den Folgekosten für Wartung und Instandhaltung?”. “Ja, die sind Sache der Stadt!” antwortet Paul. “ Wie hoch sind die eigentlich?” will Paula wissen. “Äh, 514.000 Euro.” sagt Paul. “Im Jahr?” “Im Jahr!” bestätigt Paul. “Aber das ist doch dann gar kein Geschenk!!!” ruft Paula.


“ Nein, ein Geschenk ist das wirklich nicht, denn für die Brücke müssen wir unsere unverbauten Rüppurrer Wiesen hergeben. Unser Kleinod an Artenvielfalt wie es schier kein zweites im Ländle gibt, unser von allen geschätztes Naherholungsgebiet. Wir bekommen noch mehr Schleichverkehr und Lärm, noch mehr Boden wird versiegelt …” bestätigt Paul. “Aber wir bekommen dafür eine Brücke!”, sagt Paul nachdenklich. “Die brauchen wir doch gar nicht, der Bahnübergang kann doch modernisiert werden und mit einer automatischen Anzeigetafeln zu möglichen Wartezeiten vor den Schranken versehen werden!”. Paul nickt:


“Nein, das ganze fühlt sich an wie vor 250 Jahren als Humboldt zum Dank an die Einheimischen in Südamerika für deren Gaben Glasperlen verschenkte!”. “Was daraus geworden ist, wissen wir doch inzwischen: Ausbeutung der Bodenschätze und Vertreibung aus angestammten Siedlungsgebieten.”, erinnert Paula. “Nein, die Brücke ist kein Geschenk. Dieses Geschenk wollen wir nicht haben. Aber wie machen wir das?”.


Das geht so:

Wir nutzen das Planfeststellungsverfahren. Die Stadt legt die ausgearbeiteten Pläne öffentlich aus. Dann schreiben wir unsere Einwände und schicken sie per Post an die Stadt. Das muss fristgerecht sein. Die Offenlegung und Anhörung ist von der Stadt ab 10.Januar 2026 zu erwarten. Die Einwände werden gesammelt und die von den privaten Einwendern werden besonders erörtert. Über die nicht ausgeräumten Einwände entscheidet dann die Baubehörde und erlässt evtl. einen Baubeschluss.

“ Ah, so geht das! Und wie erfahren wir genau von der Frist?”

Gehen Sie am besten in den nächsten Wochen immer wieder auf diese Seite im Internet: www.karlsruhe.de und suchen -> Bahnübergang Brunnenstückweg in Rüppurr, dann nach den-> Planungsschritten schauen. Ihre Einwände können Sie ja jetzt schon mal vorbereiten.


Paul und Paula nehmen sich das ganz fest vor: “Prima. Das machen wir gleich wenn wir wieder zuhause sind!”.


Frohe Weihnacht


Dagmar Heidingsfelder-Rammer


in der Initiative zur Unterstützung des Biolandhofes Schleinkofer


 
 
 

Kommentare


bottom of page